Der Weg zur Normalität bleibt steinig

Zwei Monate des Jahres sind bereits vergangen, und langsam, aber stetig steigt die Hoffnung, die Pandemie mehr und mehr in den Griff zu bekommen. Die Infektionszahlen stagnieren in vielen Ländern oder sind leicht rückläufig, auch wenn bereits vor einer dritten Welle aufgrund der Mutationen gewarnt wird. Zugleich nimmt die Impfgeschwindigkeit deutlich zu. Perspektivisch können 500.000 Impfungen am Tag durchgeführt werden. Auch die demnächst vorhandenen Schnelltests bieten neue Möglichkeiten, mit dem Virus umzugehen und ein Stück Normalität zurück zu gewinnen.

Die Wirtschaft hat natürlich an den weiterhin bestehenden Einschränkungen zu knabbern. Zwar ist Deutschland etwas besser durch das Corona-Krisenjahr 2020 gekommen. Trotz des zweiten Lockdowns stieg das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent. Im Gesamtjahr 2020 schrumpfte die deutsche Wirtschaft damit um 4,9 Prozent, statt wie bisher angenommen um fünf Prozent. Dafür prognostiziert das DIW-Institut, dass das nun im laufenden ersten Quartal um etwa 1,5 Prozent fallen dürfte. Für das Gesamtjahr rechnete die Bundesregierung zuletzt mit einem Wirtschaftswachstum von drei Prozent. Das ist indes abhängig von einer möglichen dritten Corona-Welle. Dennoch gilt: Ökonomen und die Bundesregierung rechnen damit, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr wieder an Schwung gewinnt.

Wie das laufen kann, zeigen die USA. Dank der Kombination aus schnellem Impfen und weit verbreiteten Antikörpern werden die USA schneller als viele europäische Länder aus der Rezession kommen. Ökonomen erwarten bereits zum Sommer einen wahren Boom. Morgan Stanley rechnet mit knapp sechs Prozent Wachstum in diesem Jahr, JP Morgan mit 6,5 Prozent und Goldman Sachs sogar mit 6,8 Prozent. Schon im Sommer nähern sich die USA der Herdenimmunität und können daher die Corona-Maßnahmen schneller lockern. Zudem wird das bis zu zwei Billionen schwere Konjunkturpaket, über das der US-Senat in der ersten Märzhälfte abstimmen will, die Wirtschaft zusätzlich anheizen.

An den Börsen haben die Schwankungen zuletzt wieder zugenommen, nachdem die Indizes eine längere Zeit nur den Weg nach oben kannten. Dafür gesorgt haben unter anderem die steigenden Anleiherenditen. Der Dax ist beispielsweise von 13.250 Punkten Mitte Dezember schnell im Januar auf mehr als 14.000 Punkte gestiegen, um dann zügig wieder etwa fünf Prozent abzugeben. Vom späteren Höchststand von 14.169 Punkten (Mitte Februar) war der Dax Ende des Monats wiederum fast 400 Punkte entfernt. Auch im Nasdaq haben die Korrekturphasen zugenommen. Vom Allzeithoch von 14.175 Punkten Mitte Februar hat sich der Index mittlerweile fast um 1000 Punkte entfernt.

Das entspricht unserer Prognose der vergangenen Monate, die wir weiterhin aufrechterhalten. Experten erwarten bei fortschreitender Corona-Entspannung eine Rallye im zweiten Halbjahr. Dazwischen können deutliche Rückgänge liegen, bis sich die Situation wirklich stabilisiert hat. Kurzfristige Korrekturen von bis zu zehn Prozent sind jederzeit möglich. Das ist kein Grund zur Panik. Vielmehr heißt es, Ruhe zu bewahren und gegebenenfalls Chancen für einen günstigen Einstieg nutzen. Die Pandemie wird gehen, und dann ist wieder Normalität angesagt.

ARGENTUM „Stabilitäts-Portfolio“ und „Performance Navigator“
Bei unseren Dachfonds ARGENTUM Stabilitäts-Portfolio (WKN: A1C699 / ISIN: DE000A1C6992) und ARGENTUM Performance Navigator (WKN: A0MY0T / ISIN: DE000A0MY0T1) haben wir es trotz der Korrekturen geschafft, den positiven Schwung beizubehalten und sind auf Sicht von zwölf Monaten und seit Jahresbeginn deutlich positiv. Wir haben die Korrekturphase genutzt und gezielt passende Fondsanteile erworben. Damit folgen wir dem Motto: Der Gewinn liegt im Einkauf. Wir gehen davon aus, dass wir durch diese Aufstockung wie gewohnt von dem kommenden Rebound profitieren werden. Daher sind Korrekturen für uns mit Blick auf die langfristige Ausrichtung immer eine gute Gelegenheit, günstig einzukaufen und damit das Fondsvermögen strategisch auszubauen.

Beim eher defensiven ARGENTUM Stabilitäts-Portfolio liegen wir knapp neun Prozent über dem Stand kurz vor dem weltweiten Ausbruch der Corona-Krise und rund sechs Prozent über dem Höchststand aus Oktober 2020. Diesen Schwung und das ausgewogene Chancen- und Risikomanagement wollen wir natürlich beibehalten und setzen daher weiterhin verstärkt auf Wandelanleihenfonds, um die Vorteile festverzinslicher Papiere mit den langfristigen Wachstumsmöglichkeiten von Aktien zu kombinieren. Trotz der zuletzt leicht gestiegenen Volatilität sehen wir keine Trendumkehr und bleiben bei unserem Kurs.

Wir haben den bisherigen Höchststand aus Februar 2020 im Herbst überschritten und im November und Dezember nochmals deutlich zugelegt. Damit haben wir mehr als sechs Prozent in zwölf Monaten hinzugewonnen und liegen mehr als vier Prozent über dem damaligen Spitzenwert vor der Krise.

Der offensiv orientierte ARGENTUM Performance Navigator lag Ende Februar im Vergleich zu Februar 2020 mehr als 42 Prozent im Plus und bewegt sich trotz der Korrekturen der vergangenen Woche an der monatlichen Nulllinie. Die Aktienquote liegt bei fast 100 Prozent. Wir haben die Strategie leicht verändert und die Fonds, die vor allem in Corona-Gewinner investieren, etwas reduziert. Das betrifft vor allem Technologie-Fonds, die zuletzt stark zu unserem Erfolg beigetragen haben.

Im Gegenzug haben wir das Vermögen verstärkt in solche Fonds investiert, die sich vor allem mit zyklischen Werten befassen. Aktien, beispielsweise von Finanzdienstleistern und Rohstoffunternehmen, werden im Zuge des erwarteten Aufschwungs deutlich an Kraft gewinnen. Das zeigt sich schon jetzt bei Rohstoffen und Bergbauwerten. Nicht wenige Experten erwarten einen neuen „Rohstoff-Superzyklus“. An dieser Entwicklung wollen wir frühzeitig teilhaben. China führt die globale Wirtschaftserholung an, und die Preise für Eisenerz, Kupfer und Rohöl könnten im Jahresverlauf noch deutlich steigen. Wir erwarten auch deutliches Wachstum bei Infrastrukturinvestments vor allem in China und den USA. Diese Länder haben bei der Verkehrs- und Energieinfrastruktur erheblichen Aufholbedarf. In den USA haben wir unseren Fokus zudem etwas von den Growth-Werten auf Small Caps verlagert. So konnten wir Gewinne mitnehmen und so früh in Unternehmen investieren, die noch am Anfang einer langfristigen positiven Entwicklung stehen.

Ausblick

Auch das erste Quartal des Jahres 2021 ist letztlich voll von der Corona-Krise geprägt. Es ist davon auszugehen, dass sich die allgemeine Lage wohl erst tief im Frühling entspannen wird. Mit einem Sieg über die Pandemie und einer Rückkehr in die gewohnte Normalität ist Richtung Herbst zu rechnen. Experten wie der Impfstoffentwickler und Biontech-Chef Ugur Sahin haben Hoffnung auf ein schnelles Erreichen der Herdenimmunität in Deutschland gemacht. Er geht davon aus, dass bis Ende des Sommers eine solche Immunität erreicht werde. Positiv sind die Nachrichten, dass die Gesamtzahl der Erstgeimpften Ende Februar (mehr als 3,8 Millionen Menschen) die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infizierten in Deutschland (2,4 Millionen) schon deutlich überschritten hat. Bei den Zweitimpfungen wurde die Marke von zwei Millionen ebenfalls Ende Februar überschritten. Damit ist es nur noch eine Frage von wenigen Tagen, bis die Zahl der vollimmunisierten Menschen in Deutschland die der Infizierten überholt hat.

Auch die Wirtschaft wartet nur auf das Zeichen der Politik, dass das Schlimmste überstanden ist. Dann werden die durch den exogenen Schock ausgelösten Beschränkungen aufgehoben und der Konsum wird zurückkehren. Goldman Sachs beispielsweise schätzt, dass die US-Haushalte derzeit über zusätzliche 2,4 Billionen Dollar verfügen, die sie wegen der Pandemie-Einschränkungen nicht ausgegeben haben. Auch die Deutschen haben von Januar bis September 2020 so viel Geld zurückgelegt wie nie zuvor in den vergangenen Jahren. Die Sparquote betrug 16,6 Prozent des verfügbaren Einkommens, im zweiten Quartal 2020 sprang sie über 20 Prozent. Auch von diesem Geld wird bei der Rückkehr zur Normalität zumindest ein Teil wieder in die Wirtschaft fließen. Das wird die Konjunktur zusätzlich stützen.

Auch die weiteren Finanz- und Wirtschaftshilfen werden dafür sorgen, die konjunkturellen Aussichten zu stabilisieren. Die US-Notenbank Fed will auf absehbare Zeit an ihren Wertpapierkäufen festhalten, um die Wirtschaft nach der Corona-Krise anzukurbeln. Und vor dem Hintergrund steigender Anleiherenditen beobachtet die Europäische Zentralbank die Entwicklung genau. Die EZB will verhindern, dass womöglich höhere Kreditkosten für Unternehmen und Haushalte die erhoffte wirtschaftliche Erholung von der Corona-Krise gleich wieder abwürgen könnte. Die EZB hatte zuletzt versprochen, weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen zu gewährleisten.

Es bleibt also dabei, dass Weitsicht, strategisches Denken und schnelle Entscheidungsfähigkeit die herausragenden Eigenschaften in einer sehr fordernden Zeit sind. Und auch, wenn Covid-19 verschwunden ist: Es wird immer zu Herausforderungen und wesentlichen Weichenstellungen kommen, denen wir entsprechen müssen. Der Grundgedanke, Vermögenswerte zu schützen und dabei kontinuierliche Renditechancen zu ermöglichen, behält allererste Gültigkeit. Es ist weiterhin Vorsicht bei allen Investmententscheidungen angesagt. Diese Vorsicht werden wir walten lassen und auf Veränderungen unmittelbar reagieren: Wir werden die Entwicklungen der kommenden Monate genau beobachten und die richtigen Schlüsse daraus für die Allokation der Fonds ziehen. Darauf sind alle unsere Tätigkeiten im Portfoliomanagement ausgerichtet, um auf jede Anforderung des Marktes die passende Antwort zu finden. Damit bleiben wir bei ARGENTUM jederzeit Ihr verlässlicher Partner in der Vermögensverwaltung und im zukunftsorientierten Fondsmanagement.